Leukapherese / Elutriation
 




Behandlungsplatz für Leukapherese
Dendritische Zellen werden aus den Monozyten (einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen) des peripheren Blutes von Patienten hergestellt. Um eine ausreichende Anzahl an Monozyten zu gewinnen müssen zwischen 100 und 200 ml Vollblut entnommen werden. Die Menge reicht für die Herstellung einer Vakzine, so dass sieben Tage vor jeder Impfung - so lange dauert die Gewinnung der Dendritischen Zellen - erneut Blut abgenommen werden muss.

Als Alternative zu den wiederholten Vollblutabnahmen bietet sich die Durchführung einer Leukapherese an. Hierbei werden große Mengen an weißen Blutkörperchen aus dem Blut entnommen bei minimalem Verlust der anderen Blutbestandteile (Serum und vor allem rote Blutkörperchen). Die so gewonnenen Zellen reichen in der Regel bei Leukozytenwerten des Patienten von >4000/µl für mehrere (zumeist 4-7) Impfungen und können tiefgekühlt über lange Zeit aufbewahrt werden.

Neben den Monozyten werden so auch viele Lymphozyten gewonnen, aus denen dann unter Umständen auch so genannte LAK-Zellen hergestellt werden können, sollte dies für die Behandlung sinnvoll sein.

Bei Monozytenzahlen von >1 Mrd. im Leukaperat kann eine weitere Anreicherungsmethode durchgeführt werden. Bei dieser sogenannten Elutriation werden die Monozyten in hochgereinigter Form mit minimalen Zellverlusten - wie sie bei den normalen Aufreinigungsmethoden zwangsläufig entstehen - gewonnen. Ob dies im Einzelfall notwendig und technisch möglich ist, zeigt sich jedoch erst während der Leukapherese. Eine zusätzliche körperliche Belastung für den Patienten ergibt sich nicht.
 
  Die Leukapherese hat gegenüber der Vollblutabnahme folgende Vorteile:
  • wesentlich geringerer Blutverlust
  • einmalige Durchführung reicht meist für mehrere Impfungen
  • Zellzahl der einzelnen Vakzine ist höher
  • geringere Belastung durch weniger Termine und weniger Reisen
  • Möglichkeit, Zellen vor einer geplanten Chemotherapie einzulagern
  • zusätzliche Herstellung großer Mengen von LAK-Zellen möglich

Ablauf der Leukapherese:

  • Über eine Verweilkanüle wird Blut aus einer Vene abgeleitet,
  • das Blut wird zentrifugiert und dabei in seine Bestandteile aufgetrennt,
  • ein Teil der weißen Blutkörperchen wird entnommen,
  • der Rest des Blutes wird wieder vermischt und
  • über eine zweite Kanüle dem Patienten  zurückgegeben.

Der Patient ist dabei für die Dauer der Leukapherese (meist 3-4 Stunden) über die zwei Verweilkanülen mit dem Gerät verbunden. Etwa 30 Minuten nach Ende der Leukapherese kann der Patient die Praxis wieder verlassen und ist auch eingeschränkt (Begleitperson, nicht selbst fahren) reisefähig.

Nebenwirkungen:

  • Müdigkeit, körperliche Anstrengung
  • Kribbeln und Missempfindungen bis hin zu Krämpfen durch Kalziumverlust
  • Die Patienten erhalten Kalzium als Kautabletten oder zusätzliche Infusion, um dies zu  vermeiden.
  • Durch die Zentrifugation kühlt das Blut ab, so dass die Patienten leicht frieren.
  • Schwere Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Schock sind extrem selten und nur vereinzelt berichtet worden.

Insgesamt handelt es sich um eine sehr sichere Methode, die auch von Krebserkrankten in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung, die deutlich eingeschränkt sind in ihrer Leistungsfähigkeit, sehr gut verkraftet wird.

Vorteile der Elutriation:

  • schonenste Art der Zellaufarbeitung im Anschluß an die Leukapherese
  • Zellvitalität verbessert gegenüber der normalen Aufreinigung
  • Zellzahl aufgrund geringerer Verluste während der Aufreinigung zumeist deutlich höher
  • keine zusätzliche Beeinträchtigung des Patienten

Nachteile:

  • nur bei ausreichender Zellzahl (>1 Mrd.) im Leukapherat möglich
  • zusätzliche Kosten